100 Euro im Monat anlegen – aber wie?

100 Euro im Monat anlegen

Es ist soweit: Du willst 100 Euro im Monat anlegen. Möglichst sinnvoll und mit möglichst hoher Rendite. Aber in was? Und sollte man wirklich die kompletten 100 Euro investieren oder auch etwas Geld sparen?

Erst einmal ist es toll, dass du dein Geld anlegen, für dich arbeiten und vermehren willst. Diesen ersten Schritt zu machen ist schon eine super Leistung! Also lass uns gleich anfangen!

Kleinvieh macht auch Mist

Wenn du dir jetzt vielleicht denkst “Mit 100 Euro im Monat kann ich doch nie viel erreichen!” dann kann ich dich beruhigen. Doch, das kannst du. Es kommt nur darauf an, dass du diese 100 Euro im Monat konsequent und mit möglichst hoher Rendite anlegst.

Warum?

Schauen wir uns doch einmal die folgende Tabelle an. Sie zeigt dir, wie viel Geld du nach 5, 10, 15 oder 20 Jahren hast, entsprechend einer Jahresrendite von 0,0 %, 0,3 %, 1,0 % oder 8,0 %:

Jahresrendite 5 Jahre 10 Jahre 15 Jahre 20 Jahre
0,0 % 6.000 € 12.000 € 18.000 € 24.000 €
0,3 % 6.045,92 € 12.183,07 € 18.412,83 € 24.736,60 €
1,0 % 6.154,36 € 12.622.66 € 19.420,90 € 26.565,93 €
8,0 % 7.344,98 € 18.137,18 € 33.994,45 € 57.293,98 €

Wie du siehst, können bei einer Rendite von 8,0 % nach 20 Jahren über 57.000 Euro werden – wenn du dein Geld nicht anlegst (= 0,0 %) wird es sich nicht vermehren und bleibt bei seinen 24.000 Euro Ursprungswert. Du verschenkst also über 33.000 Euro!

Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren willst findest du hier einen Blogbeitrag, warum du jetzt mit dem Investieren anfangen solltest!

Wie komme ich auf diese Jahresrenditen?

Die in der Tabelle genannten Renditen kommen dir vielleicht willkürlich vor. Sind sie aber nicht:

  • 0,0 % Rendite entspricht einem klassischen Girokonto. Hier liegt dein Geld meistens tot rum und verliert auf Grund der Inflation sogar noch an Wert.
  • 0,3 % Rendite hört sich nicht viel besser an, entspricht aktuell aber leider in etwa dem Zinssatz, den du bei Tagegeldkonten erhältst. Bei Neukundenaktionen bekommst du vielleicht kurzfristig 1,0 % Zinsen, diese aber oft nur für wenige Monate. Danach sackt der Zinssatz nicht selten auf 0,01 % ab.
  • 1,0 % Rendite ist da noch etwas besser. So eine Rendite kannst du momentan beispielweise bei einem Festgeld über zwölf Monate bekommen. Aber das ist immer noch weniger als die durchschnittliche Inflation von 2018 mit 1,8 % – also verlierst du selbst hier Geld, wenn du es anlegst.
  • 8,0 % Rendite hört sich dagegen ja fast utopisch an. Ist es aber nicht! Seit seinem Start hat etwa der größte deutsche Aktienindex knapp 8,0 % Rendite pro Jahr gemacht. Auch der Index MSCI World kam im Schnitt auf etwa 8,0 % Rendite.
    Wie du siehst, kommt es also nur darauf an, wo und wie lange du dein Geld anlegst, um am Ende möglichst viel Geld generiert zu haben.

Sicherheit versus Rendite

Jetzt kommt aber der Knackpunkt: Sicherheit.

Denn: Je höher die zu erwartende Rendite, desto höher ist das Risiko, dass du Geld verlieren kannst. Während dein Geld auf deinem Girokonto sehr sicher vor sich hinschlummert und auch noch beim Tages- und Festgeld dank Einlagensicherung recht sicher ist, so kannst du Geld, das du in Aktien oder in einen Index investiert hast verlieren. Wenn es dumm läuft, komplett.

Daher: Wie hoch sind deine Rücklagen?

Wenn du bereits einen Notgroschen, beispielsweise in Form von mehreren Monatsverdiensten auf einem Tagesgeldkonto parkst, bist du schon gut aufgestellt. Hast du noch keinen Notgroschen angespart, würde ich persönlich diesen erst aufbauen und dann erst mit dem Investieren starten. Denn wie wir oben gesehen haben, ist es wichtig, dass dein investiertes Geld möglichst lange investiert bleibt, damit es wachsen kann. Kommt es zu ungeplanten Ausgaben, kannst du von deinem Notgroschen zehren ohne deine Investitionen anzugehen.

Wenn du die Sicherheit einer Rücklage hast, kann es ans Geld anlegen gehen.

Worin soll ich mit 100 Euro pro Monat anlegen?

Schaut man sich die Literatur an, etwa Gerd Kommers Werk “Investieren mit Aktienfonds und ETFs”, oder auch von Stiftung Finanztest, dann ist eine häufige Empfehlung, mit einem ETF (einem Indexfonds) in den Aktienindex MSCI World zu anzulegen.

Warum der MSCI World?

Dieser Index bündelt über 1.600 Aktien aus 23 Ländern. Somit wird das Risiko durch eine breite Diversifikation gestreut. Sprich: Wenn wir in den MSCI World investieren, legen wir in über 1.600 Firmen in 23 Ländern Geld an. Selbst wenn einige dieser Firmen bankrottgehen sollte, ist dies kein großes Problem, da die restlichen Unternehmen im Index den Verlust wieder auffangen.

Wer in den MSCI World investiert, investiert auch nicht in einen aktiv gemanagten Fond. Solche Fonds sind teurer als Indexfonds, da bei aktiv gemanagten Fonds die Aktienmanager noch bezahlt werden müssen. Diese holen sich ihr Gehalt, bzw. ihren Gewinn vom angelegten Geld ihrer Anleger – etwa durch Verwaltungskosten. So sinkt automatisch deine Rendite, wenn du einen aktiv gemanagten Fonds wählst.

Soll ich die kompletten 100 Euro in einem Index anlegen?

Die eindeutige Antwort ist: Es kommt darauf an. Und zwar auf die Antwort der Frage:

Wie risikobereit bist du?

Je risikobereiter du bist, desto mehr kannst du von deinen 100 Euro in Aktien investieren. Du kannst risikobereiter sein wenn du

  • hohe Rücklagen hast
  • bereits Erfahrung mit Aktienmärkten hast
  • dir sicher bist, dass du den Stress von fallenden Aktienmärkten durchstehst, ohne zu verkaufen
  • dir sicher bist, dass du das angelegte Geld für mindestens zehn Jahre oder noch länger nicht brauchen wirst

Unten siehst du beispielhaft, wie sich der Anteil an risikoreicheren Aktien zu sicheren Zinsprodukten, wie Tagesgeld oder Festgeld verschieben kann. Egal wie viel Risiko du eingehen willst, macht es grundsätzlich sinn trotzdem immer einen gewissen Teil seines Gelds sicher, etwa auf dem Tagesgeldkonto zu haben – auch wenn die Inflation den Wert mindert.

Höheres Risiko

Mittleres Risiko

Geringeres Risiko

Je nachdem ob du dich für ein eher geringeres, mittleres oder hohes Risiko entscheidest, kannst du deine zur Verfügung stehende Summe aufteilen. Beispielsweise 50 € in den MSCI World investieren und 50 € auf ein Tagesgeldkonto packen. Egal wie du dich entscheidest, wenn du das monatlich machen willst, automatisiere deine Geldströme am besten mit Daueraufträgen (beim Tagesgeldkonto) und Sparplänen (bspw. mit einem ETF-Sparplan für den MSCI World). So musst du dich nicht jeden Monat darum kümmern, um deine 100 Euro anzulegen. Falls du wissen möchtest, wie du einen ETF-Sparplan einrichtest, dann habe ich dir hier eine Anleitung erstellt.

Wenn du jetzt noch ein kostenloses Depot suchst, um deine ersten 100 Euro zu investieren, dann kann ich dir das kostenlose Comdirect Depot* empfehlen, dass ich auch persönlich nutze. Für meinen risikoärmeren Part nutze ich das Tagesgeldkonto von MoneYou. Mit 0,3 % Zinsen (Stand Juli 2019) kann ich dieses Tagesgeldkonto leider nicht mehr uneingeschränkt empfehlen, denn auf bekannten Vergleichsportalen findest du inzwischen etwas bessere Zinsangebote.

Egal wie und wo du dein Geld investierst, es ist toll, dass du diesen Schritt Richtung finanzieller Freiheit und Unabhängigkeit gehst! Bist du diesen Schritt schon gegangen und hast bereits deine ersten 100 Euro angelegt? Ich freue mich auf deine Kommentare!

So klappt es 100 Euro im Monat anzulegen

Photos by Kaboompics.

Letzte Aktualisierung der angezeigten Preise am 21.11.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Thomas der Sparkjote
    14. Juni 2019 15:58

    Mit 100 € fängt es an, aber übe die Zeit hinweg soll man auch mehr verdienen, damit man mehr investieren kann.

    Grüsse
    Thomas

    Antworten
    • Lieber Thomas,

      da hast du natürlich absolut recht! 🙂
      Verdienst und Sparquote erhöhen um auf Dauer mehr investieren zu können, wäre das langfristige, nächste Ziel.

      Liebe Grüße
      Kristina

      Antworten
  • Stefan Miller
    7. September 2019 19:31

    Das wahr hielfreiche info !!!!Danke!!!!

    Antworten
  • Habeallesberitserledigtfunktioniertgut

    Antworten
  • Nicht finden konnte ich einen Hinweis darauf, dass man bei Sparplänen unbedingt darauf achten sollte, den Plan nur bei Direktbanken/Depots abzuschließen, bei denen die monatliche Ausführung kostenlos ist, Ansonsten zahlt man 1,5% Gebühr, was die Rendite im Laufe der Jahre empfindlich mindert

    Antworten

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